HHF Verhalten Erkrankungen Aktuelles & Tipps Mehr

Unfruchtbar für ein halbes Jahr ?


Seit 2008 gibt es eine Methode um Rüden ohne großen Eingriff zu kastrieren. Durch ein Hormonimplantat werden Rüden für die Dauer von 6 Monaten unfruchtbar gemacht. Ein künstliches Hormon (Suprelorin) wird mittels eines Implantates, welches die Testosteronproduktion blockiert unter die Haut im Nacken eingesetzt. So soll der große Eingriff beim Rüden erspart werden, allerdings setzt die Fruchtbarkeit nach einem halben Jahr wieder ein. Laut Studien ist diese Art von Kastration gleichzusetzen mit der bekannten Verfahrensweise.

Und doch ist diese Methode umstritten. Hundehalter erwarten durch eine Kastration gravierende Verhaltensänderungen bei ihrem Hund. Nämlich in erster Linie Desintresse beim Liebesleben oder der und Folgsamkeit. Dabei sind die meisten sich nicht darüber im Klaren, das dies ein schwerer Eingriff ist und sich nicht immer rechtfertigen lässt. Sicher treten gewünschte Verhaltensänderungen ein, garantieren lassen sich diese aber nicht. Eine negative Auswirkung bei lebenslanger Implantatinjektion, also alle halbe Jahre, befürchten die „Spezialisten" nicht.

Viele männliche Halter befürworten ab und an diese Methode um ihren Hund zu beobachten, wie er sich verhält, und wenden sie an, weil sie hier nicht befürchten müssen auch gleichzeitig die eigene, mit ihrem Hund verbundene Männlichkeit zu verlieren.

Bei vorliegenden legitimen Gründen befürworte ich die herkömmliche Methode. Die „Spritze" ist meiner Meinung nach noch zu wenig erforscht, sodass diese sich dauerhaft durchsetzen könnte. Der Hund freut sich nach einem halben Jahr, wenn die Wirkung nachlässt und er wieder aktiv werden kann, und rummms gibt's ein neues Implantat. Da ist das Abfinden für immer damit zu bevorzugen. Und dann die Nebenwirkungen. Was ist damit? Die Forscher sagen, dass keine bekannt sind. Nach kapp 2 Jahren ist es sicherlich verfrüht dies zu behaupten. Die Ersten sind nämlich schon aufgetreten, nämlich Haarausfall und Prostatabeschwerden und Veränderungen. Gut, Nebenwirkungen können, müssen aber nicht auftreten. Genau wie bei uns Menschen. Deshalb ist es auch schwer abzuwägen: Was bevorzuge ich für eine Methode, wenn eine begründete Kastration bevorsteht?